Ich stelle Ihnen eine Frage:
Nehmen wir an, in Ihrer Stadt eröffnet ein neues Restaurant. Am
selben Tag lesen Sie eine Anzeige mit dem folgenden Angebot in Ihrer
Tageszeitung: "Senden Sie uns €20, dann schicken wir Ihnen
was zu essen."
Würden Sie diesen Vorschlag annehmen?
Ich gebe ja zu, dass sich meine Erfahrungen mit Restaurants – abgesehen
von ein paar Aushilfsjobs in der Studienzeit – auf die eines Gastes
beschränken. Allerdings - selbst einem Gastro Marketing Außenseiter
wie mir ist klar, dass dies sicher kein Erfolg versprechender Weg sein
kann, um Kunden zu werben.
Ohne dieses Restaurant näher zu kennen, ohne mehr über dessen Speisen
Angebot und die Erfahrungen anderer damit zu wissen, wird wohl nur eine extrem
hungrige Person - ohne die Möglichkeit, anderswo etwas zum Essen zu bekommen
- bei dieser „Gelegenheit“ zugreifen.
Ist Ihnen bewusst, dass auch Sie Ihren Besuchern genau diese Art von Angebot
machen? Mit dieser Einladung: „Geben Sie mir Ihre Email Adresse und
ich schick Ihnen meinen Newsletter.“
Als potentieller Abonnent möchte ich aber vorher wissen, was ich
bekommen werde. Ihre erfolgreichste Maßnahme wird daher sein,
eine eigene Newsletter Seite zu erstellen.
In anderen Worten, anstatt Besucher mit einer kleinen Box einfach nach der
Email Adresse zu fragen – sollten Sie eine eigene Seite mit relevanten
Informationen zu Ihrem Newsletter entwickeln.
Was meine ich mit „relevanten Newsletter Informationen?“ Es
freut mich, dass Sie danach fragen. Ich verstehe darunter folgendes:
1. Sagen Sie Ihren Besuchern, worum es in Ihrem Newsletter geht.
Es mag ja sein, dass Sie (und vielleicht auch Ihre Mutter)
der Meinung sind, Ihren Newsletter zu erhalten, sei eine
aufregende Sache. Für uns Nicht-Familienmitglieder
ist jedoch der Inhalt, und nicht die nackte Tatsache, dass Sie einen Newsletter
verschicken das Entscheidende. Sagen Sie daher Ihren Besucher auf dieser Seite
in wenigen Sätzen, was sie von Ihnen zu erwarten haben und in welchen
Zeitabständen er erscheinen wird.
2. Archivieren Sie frühere Newsletter
auf Ihrer Webseite.
Meine Kinder finden es zum Beispiel ganz toll, dass sie in dem
super-bio-alles-natürlich-keinechemischenZusätze-Laden,
in den wir öfters einkaufen, so viele gratis Kostproben bekommen. Sie
sind überzeugt, dass sie alleine damit überleben könnten.
Warum geben die wohl soviel kostenlos ab? Weil das Management aus reinen
Wohltätern besteht? Wohl kaum! Die wissen ganz genau, dass Ihre
Kinder Sie dazu bringen werden, 10-mal mehr davon zu kaufen, wenn sie
Kostproben bekommen.
Ein Newsletter Archiv erreicht dasselbe: Interessierte bekommen einen
Geschmack, bevor sie sich zu etwas verpflichten. Und reduzieren so
ihr Risiko.
3. Veröffentlichen Sie Empfehlungen und positive Beurteilungen.
Es ist eine Sache, jemandem zu erzählen, wie gut Sie sind. Grösser
ist die Wirkung, wenn das andere tun. Veröffentlichen Sie regelmäßig
Ihren Newsletter, werden Sie positive Rückmeldungen erhalten. Antworten
Sie sofort und fragen um die Erlaubnis, diese Empfehlung veröffentlichen
zu dürfen (Vorsicht mit der Emailadresse – SPAM!) - 9 von 10 werden
JA sagen.
4. Sichern Sie Ihren Besuchern Vertraulichkeit und Respekt vor ihrer
Privatsph äre zu.
Linken Sie entweder zu einer Seite, auf der
Sie das tun oder geben Sie eine entsprechende Garantie auf der
Newsletter - vor allem, dass
Sie eine Email Adresse unter keinen Umständen an Dritte weitergeben
werden.
Zusammenfassung:
Sie haben sich große Mühe gemacht, einen tollen Newsletter
auf die Beine zu stellen und Besucher auf Ihre Seite zu holen. In der
Hoffnung, dass sich diese auch anmelden werden.Vergessen Sie daher nicht,
die Türe weit aufzumachen, wenn man bei Ihnen anklopft.
Dr. Meinhard Mang ist der Gründer des einsteigerclub.at. Mit einer Reihe
von innovativen Einsteigerkursen zu Computer und Internet Nutzung erfolgreich
gestartet haben ihn seine Publikationen über Hausverstand Marketing zu
einem gesuchten Berater für strategisches Online Marketing kleinerer Unternehmer
werden lassen.
|